Ihr Lieben ich muss heute wieder in Etappen schreiben. Der Kopf ist voller Informationen und die müssen schnell runtergeschrieben werden, sonst sind sie vergessen. Fangen wir mal unüblicherweise nicht am Morgen, sondern bei gestern Nacht an. Auch auf Bali muss natürlich Sonntags Football geschaut werden. Die Uhrzeit stellt zwar eine Herausforderung dar, aber wir können ja ausschlafen. Und wenn wir etwas gelernt haben, dann dass die Lebensbedingungen noch so reduziert oder spartanisch sein können, WLAN gibts überall. 😅

Halb 4 hat es uns dann aber doch die Augen zugezogen, also ab ins Bett und schön ausschlafen. Ich war ein bisschen früher wach und konnte somit schonmal ein spätes Frühstück ordern, sodass Schmidtl mit Bananenpancakes geweckt wurde. Im Anschluss wurde eine Stunde in der Hängematte gechillt und gelesen und der erste große Regenschauer abgewartet bzw. die Sonnenphase für weitere Fotos von unserem kleinen Garten genutzt.





Ich hatte ja gestern schon angeteasert, dass heute tolle Unternehmungen auf uns warten. Nach dem Tanz der Mädchen gestern Abend kamen wir mit Kadek ins Gespräch über seine Religion. Auf Bali sind, so wie er, ungefähr 70% hinduistischen Glaubens. Interessiert stellten wir einige Nachfragen bis er uns anbot uns heute den Tempel zu zeigen. Da überlegten wir natürlich nicht zweimal. Bevor es losging wurden wir erst einmal mit traditioneller Kleidung (Dhoti – Beinkleid für die Männer, Sari – das Gegenstück für die Frauen und ein Udeng für Schmidtls Kopf) ausgestattet und schon ging’s los zum Tempel des Dorfs.
Der wieder einsetzende Regen hat leider nur einen kurzen Besuch ermöglicht, aber dort haben wir bereits die ersten Infos zum Hinduismus bekommen.
Es folgt ein kleiner Exkurs in die Religion. Ich glaube zumindest es wird ein kleiner und interessiert euch auch, weil wir es sehr spannend fanden und uns natürlich auch geehrt fühlen, dass er uns so privat einen wichtigen Teil seines Lebens (und des Lebens danach 😉) gezeigt hat.
Grundsätzlich hat erst einmal jeder einen kleinen Schrein Zuhause. In der Regel steht der vor dem Haus, bei uns steht er mitten zwischen den Gasthäusern, weil das ursprünglich mal vor dem Haus war. 😅 Kadek möchte aber bald einen richtigen Schrein vorne haben. Kostet aber ja alles. Wenn du also beten möchtest (ein guter Hindu macht das dreimal täglich) kannst du das Zuhause, im Familientempel oder im großen Tempel des Dorfs machen.

Vor jedem Tempel stehen zwei Schreine. Ich habe leider vergessen wozu der linke dient, der rechte ist aber immer der erste Anlaufpunkt. Hier wird um die Erlaubnis gebeten, den Tempel zum Gebet betreten zu dürfen. Reinschauen konnten wir hier leider nicht, aber hinter den Mauern befinden sich drei große Schreine. Der rechte wird dazu genutzt um um eine gute Ernte, gesundes Vieh etc. zu bitten. Der mittlere Schrein ist für Gesundheit der Familie oder sich selbst gedacht und der linke Schrein dient dem allumfassenden Glück. So hab ich’s zumindest verstanden 😅😅 Er hat wirklich viel berichtet und der Akzent ist manchmal etwas schwierig zu verstehen.


Im Anschluss ging es mit den Mopeds nochmal ein Stück weiter zum eigenen Familientempel. Unfassbar, dass wir das hier alles sehen dürfen, ist es der Familie doch das Heiligste überhaupt. Das Grundprinzip (am rechten Schrein davor um Erlaubnis bitten, im Anschluss den Schrein zum gewünschten Thema aussuchen) ist das Gleiche. Hier wurde gerade viel gebaut, im Ort wohnen ca. 150 Familienmitglieder und selbst mit der Vergrößerung des Tempels muss die Familie in Gruppen kommen, wenn eine große Zeremonie mit allen abgehalten wird.



Also wir haben bestimmt eine oder eineinhalb Stunden dort gesessen und gequatscht, ich würde fürs allgemeine Interesse mal auf folgendes zusammenfassen. Und an der Stelle nochmal der Hinweis: Keine Gewähr darauf, dass ich alles richtig verstanden habe und natürlich hier etwas platt ausgedrückt. Der Hinduismus ist ja geprägt durch das Prinzip Leben, Tod und Wiedergeburt, das wissen sicherlich die Meisten. Nach dem Tod verweilt deine Seele zuerst im Tempel des Dorfs. Dort gibt es dann eine Trauerzeremonie der Familie und die Seele wandert zum entsprechenden Schrein in den Familientempel. Nach dem Tod gibt es drei Möglichkeiten. Die ersten beiden sind Hölle und das Paradies/Himmel. Bei zweiterem wirst du wiedergeboren und die meisten Hindus denken (hab ich im Anschluss nachgelesen), dass kaum ein Leben so schlimm geführt worden sein kann, dass man nicht auch irgendwann aus der Hölle entlassen und wiedergeboren wird. Die dritte Möglichkeit nennt sich Moksha. Das ist das allerhöchste Ziel im Hinduismus und unglaublich schwer zu erreichen. Da darfste nicht einfach nur rechtschaffen sein, da musste dich richtig abbuckeln für. Moksha ist sozusagen die Befreiung vom Kreislauf Leben, Tod und Wiedergeburt (alle drei zusammen heißen übrigens Samsara). Die absolute Erleuchtung und Loslösung von allem irdischen. Ich glaube man wird dann zu etwas Gottgleichem.
Im Video seht ihr nochmal den Familientempel und ich habe versucht die einzelnen Bedeutungen der Schreine wiederzugeben. Ich musste mich aber schon währenddessen verbessern, der Kopf war einfach so voll zu dem Zeitpunkt. Und ganz vorne links steht der Schrein, der für die Reinkarnation zuständig ist. Also einer der wichtigsten, da verweilt die Seele erstmal. Den hab ich direkt vergessen 😅

Im Anschluss ging es mit den Rollern wieder ab nach Hause


und ab zur einstündigen balinesischen Massage. Ihr seht, es könnte uns deutlich schlechter gehen. Heute haben wir auch neue Nachbarn bekommen. Eine sehr nette deutsche Familie aus Dänemark mit denen wir uns beim Abendessen noch super über unsere bisherigen Urlaubserfahrungen ausgetauscht haben. Heute werden wir vermutlich früh ins Bett gehen, morgen steht eine Dschungeltour auf dem Plan. Fühlt euch gedrückt.
Alles Gute zum Geburtstag liebe Ari und weiterhin viel Spaß im Erlebnisurlaub. Dein Blog liest sich super spannend.. 🤩
LikeGefällt 1 Person
Vielen, vielen Dank! Ich freu mich, dass ihr so fleißig mitlest ❤️
LikeLike